Schlussbericht AMERICANA 2019

08. Sep 2019

Augsburg ist Europas Western-Hauptstadt! –52.700 Besucher pilgern zur Americana Ann Fonck gewinnt auf Gunners Specialolena die Bronze Trophy Open / Federico Fanti wird Europameister Cutting Open / Joschka Werdermann gewinnt die Ranch Riding / Italien baut Siegesserie im Nations Cup weiter aus / Markus Schöpfer neuer ERCHA Cow Horse Futurity Champion / 160.000 Euro Preisgeld / Nächste AMERICANA: 8.-12. September 2021

Augsburg ist Europas Western-Hauptstadt! Und zugleich das Mekka der Westernreiter. Dafür sorgt alle zwei Jahre die Americana. Auch dieses Jahr pilgerten nach 24 Monaten Wartezeit 52.700 Besucher ins Messezentrum der Fuggerstadt, um die einzigartige Veranstaltung mit einer Mischung von Spitzensport, Messe Information und Unterhaltung live zu erleben und zu genießen. Das war ein neuer Besucherrekord

„Es ist einfach eine tolle Publikumsmesse“ schwärmte AFAG-Geschäftsführer Henning Könicke von der etwas anderen Messe. „Denn“, so auch der andere AFAG-Geschäftsführer Thilo Könicke, „die Americana ist für uns etwas ganz Besonderes. Wir brennen für Messe sowieso. Aber hier bieten wir nicht nur das Netzwerk und das Anfassen von Waren, sondern wir transportieren Atmosphäre, ja sogar Lifestyle.“

Da die Halle 2 derzeit umgebaut wird, „kann ich dieses Mal ausnahmsweise nicht von der größten Americana sprechen“, so Projektleiter Karlheinz Knöbl. „Der Umbau war eine große Herausforderung, denn trotzdem haben wir nahezu das gleiche Niveau erreicht wie 2017.“ Hier einige Zahlen, die für sich sprechen: 327 Aussteller aus 14 Ländern, 600 Pferde, 350 Reiter aus 19 Nationen, 1.500 Ballen Stroh, 650 Rinder,1.350 Meter Gatter und 5.300 Quadratmeter Reitfläche – und nicht zu vergessen: 160.000 Preisgeld.

„Hier in Augsburg kommt die Westernfamilie Europas zusammen. Augsburg wird zu Europas Western-Hauptstadt!“, so Knöbl. „Und in zwei Jahren werde ich dann auch bestimmt wieder von der größten Americana aller Zeiten sprechen können.“ Die Bedeutung der Americana unterstrichen bei ihrem Besuch auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Augsburgs Bürgermeisterin Eva Weber sowie US-Generalkonsulin Meghan Gregonis, welche die Americana zur „größten Ranch Deutschlands“ erklärte. „Der größte Exportschlager ist der amerikanische Lifestyle. Die Faszination des Wilden Westen ist ganz besonders in Deutschland zu spüren“, so Gregonis.

Die Americana erreicht immer mehr Besucher aus über 300 Kilometer Entfernung. „Die Abendshows waren teils seit Monaten ausverkauft, und der Kartenvorverkauf war noch nie so gut wie in diesem Jahr“, so Projektleiter Karlheinz Knöbl. Auch in der Breite war das Angebot der Americana noch einmal gewachsen. Der Projektleiter: „Wir hatten noch nie so viele Aussteller zum Thema Stalllogistik wie jetzt. Der Besucher konnte bei uns vom Hut und Stiefel bis hin zum kompletten Stall alles begutachten und erwerben.“

Sportliche Leitung ist glücklich über zufriedene Teilknehmer

„Wir sind sehr zufrieden. Und noch viel wichtiger: Die Teilnehmer waren glücklich. Wir haben viel positive Resonanz auf die Qualität des Bodens und auf die gute Versorgung der Pferde bekommen“, freuten sich die Sportlichen Leiter Sandra Quade und Joachim Bochmann. „Das war uns tatsächlich einmal mehr eine Herzensangelegenheit. Denn gut versorgte Pferde die Voraussetzung für Spitzensport. Und dafür geben wir unser Lob an die Reiter zurück: Sie haben phantastische Leistungen gezeigt! Gut angenommen wurden die Events am Mittwoch- und Donnerstagabend – ebenso wie die neuen Disziplinen Ranch Speed Trail und die Ranch Riding auch für die Non Pros. Die Starterzahlen waren in manchen Prüfungen um bis zu 60 Prozent höher als vor zwei Jahren. Zusammengefasst war die Americana einmal mehr Great Horses, Great Riders, Great Fun.“

Umfassendes Messe-Angebot wie sonst nirgends

Auf keiner anderen Messe in Europa finden Westernreiter ein derart umfassendes Angebot rund um den Sport wie auch um Pferdehaltung generell. Ob Sättel, Zaum-zeug und Gebisse, Kleidung für Sport und Freizeit oder aber Stallzubehör, Fütterung und Anhänger – hier findet der Pferdeliebhaber alles, was das Herz begehrt. Darüber hinaus präsentierten sich die großen Zucht- und Trainingsställe mit eigenen Ständen. Hier wurde auch der fündig, der einen Ausbilder, ein neues Pferd oder einen Decksprung für seine Stute sucht. Selbstverständlich waren auch die großen Verbände vor Ort und boten teils interessante Konditionen für neue Mitglieder.

Geballtes Wissen rund um Pferdehaltung und -ausbildung: das Forum

Zudem ist die Americana eine Informationsplattform rund ums Westernreiten ebenso wie um Pferdehaltung, die ihresgleichen sucht. Während der fünf Tage wird geballtes Expertenwissen vermittelt. Ob Fragen zur Fütterung, zum Anreiten oder zu veterinärmedizinischen Problemen – im Americana-Forum wurden die Besucher kompetent informiert und beraten. Und zwar neben den klassischen Reit- und Pferdeartikeln auch zu Themen wie Gesundheit, Reittourismus und Horse & Dog. Ein Kinderprogramm ergänzte das Angebotsspektrum.

Möbel- und Deko-Leckerbissen direkt aus Texas

Ein besonderer Leckerbissen der Messe war sicherlich der Stand von Diana und John Royer: Sie bieten Ausgefallenes und Pfiffiges aus Texas an. Stilechte Möbelstücke wie ein Küchenblock mit ausziehbaren Sitzhockern etwa im typischen Cowboy-Look. Oder ein sehr einladender Tresen samt den passenden Stühlen davor. „Wir sind extra nach Dallas geflogen und haben ganz bestimmte Sachen gesucht und auch gefunden. Der Einkauf hat uns riesigen Spaß bereitet“, so Diana Royer. Auch die Dekosachen überzeugten mit Pfiiff und als ausgefallenes Schmuckstück: Etwa das Gürteltier als Klopapierrollenhalter sowie auch die Cowboy-Stiefel entweder als Schnapsglas oder als Stiftebecher.

Speziell die bequeme „Rock`n Roll“-Jeans ist ein Renner

Die Americana ist auch immer der Ort, wo es Neuigkeiten und interessante Dinge auf der Messe zu entdecken gibt. Bei „Gomeier`s World Of Saddles“ waren die Jeans ein Renner. Nici Gomeier: „Besonders zwei Modelle sind gefragt. So etwa die „Miss Me“ und auch die besonders bequeme „Rock`n Roll“ mit einem höheren Hüftschnitt. Aber auch Stallhalfter und die Five Star-Pads gehen weg wie Semmel.“ Insgesamt, so ihr Eindruck, sei der Trend zurück zum bunten Equipment und Kleidung klar erkennbar.

Neue Hot Sauces reizen die Sinne

Ein spezieller Stand und ein Muss für die Insider der Americana ist der Soßen-Stand von American Heritage. Zwei Bestseller kristallisieren sich dieses Jahr heraus: die Garlic Rosemary Citrus Sauce für helles Fleisch sowie die Maple Chipotle Grille Sauce für Steaks. Neu im Angebot sind die Hot Sauces von mehr scharf bis „echt heiß“ scharf. Die Augsburger Firma importiert alle Saucen aus den USA.

Americana-Helfer Jacken wieder von Old Sorrel

Old Sorrel Western Sports Apparel ist einmal mehr der Ausstatter für das Americana-Helfer-Team. Die Sweatshirt-Jacken und Caps tragen die Helfer mit Stolz. Am Stand gibt es natürlich auch in geändertem Design Americana-Jacken für die Besucher. Und nicht nur das: Equipment-Taschen für die Turnierbox, Abschwitzdecken und traditionell eine breite Auswahl an Jacken. Als Farbe sind besonders berry und petrol dieses Jahr gefragt.

Glitzer geht immer

„Cowboy Headquarters“ brachte extra für die Americana ganz neue Stiefel aus den USA mit. Das besondere Design mit den Öffnungen an der Schaftseite fällt sofort auf. An diesem Stand ist Glitzer sehr gefragt („Glitzer geht immer“), wenngleich sonst eher die Naturfarben über die Theke gehen.

Mobile Selbsttränken in den Ställen bewähren sich

Gute Erfindungen finden natürlich auch bei der Americana direkt praktische Anwendung. So etwa die mobilen Selbsttränke-Wasserboxen in den Pferdeboxen. Sie erleichtern den Reitern das Leben, da sie nun nicht mehr Wassereimer für Wassereimer schleppen müssen, sondern bieten auch den Pferden ein gewohntes Umfeld, das zur Entspannung der Pferde beiträgt. „Das ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr wir Wert legen auf das Wohl der Pferde“, so einhellig die beiden Sportlichen Leiter Sandra Quade und Joachim Bochmann. „Ein anderes Beispiel ist auch die zweite Abreitehalle. So konnten sich die Reiter disziplinengerechter vorbereiten. Und auch bei den Abendshows haben sich so die Teilnehmer getrennt von den Showacts vorbereiten können.“

Deutliches Wachstum im sportlichen Bereich

„Im sportlichen Bereich sind wir deutlich gewachsen“, so Bochmann, der zwei Beispiele nannte: „Wir haben dieses Jahr etwa 60 Prozent mehr Starter in der Cow Horse sowie auch in der Ranch Riding. Zudem finden einige Prüfungen wie etwa der Ranch Horse Speed Trail oder die ERCHA Box-Drive-Box (eine leichtere Working Cowhorse, weil der Turn des Rindes nicht verlangt wird) erstmals statt. „Sehr gut angenommen wurde von den Teilnehmern die Möglichkeit, sich online zu nennen“, freute sich Bochmann. „Das ging sogar auch mit dem Handy!“ Über eine Resonanz der Teilnehmer freute sich der Sportliche Leiter ganz besonders: „Der Boden wurde von sehr vielen Reitern gelobt. Er war tatsächlich von Beginn an klasse präpariert. Und das trotz der Anforderung, die Beschaffenheit des Bodens den unterschiedlichen Disziplinen Cutting Working Cowhorse und Reining anzupassen.“

Kenzie Dysli mit den Überraschungsgästen Grischa Ludwig und Maik Bartmann

„Choose to be free“ war das Motto von Kenzie Dysli bei einer der vielen Abendprogrammpunkte. Sie gab ihre eigenen Tricks und Tipps zum Besten, als sie die Verbindung von der altkalifornischen Reitweise bis hin zur Freiheitsdressur zog. Für die Zuschauer war es auch toll, dass sie ihre eigenen Fragen stellen konnten – und natürlich auch kompetent beantwortet bekamen. Überraschungsgäste ihrer Show waren zum Ende hin Grischa Ludwig und Maik Bartmann, die sich auf ihre Pferde schwangen und selbst Einerwechsel bzw. Pirouetten vom Feinsten zeigten.

Kenzie Dysli`s Pferde spielten im Film Ostwind mit, sie selbst tritt als Expertin bei der Pferdeshow Cavalluna auf – und natürlich ist sie auch als Trainerin sehr bekannt. Zudem ist sie die Tochter von Westernreit-Legende Jean-Claude Dysli. Über ihr Engagement bei der Americana zeigte sie sich ergriffen: „Die Americana spielt in unserer Familie seit Jahrzehnten eine sehr große Rolle und ist Herzensangelegenheit. Es war für mich ein besonderes Privileg, bei der Americana dabei sein zu dürfen.“

Legende Bobby Ingersoll einer der Richter

Auch Bobby Ingersoll war da. Er ist DIE Legend des Cow Horse-Sports und Mitbegründer der amerikanischen Cow Horse-Szene. Er gab einen Einblick in die Geschichte und den heutigen Stand seines Sports geben. Der 80-jährige war übrigens auch einer der Richter der diesjährigen Americana. Zudem wurde die Show gerichtet von Allen Mitchels (USA), Eugenio Latorre (Italien), Janette Dublin (USA), Manuela Maiocchi (Italien), Laura Faris (Italien), Maik Bartmann sowie Monika Aeckerle.

Dschungelcamp-Moderatorin Sonja Zietlow reitet vor

Beim Finale der mit 40.000 Euro added ausgeschriebenen NRHA Bronze Trophy Open lieferten sich vor ausverkauftem Haus einige der besten Reiter Europas einen Wettkampf, der an sportlichen Höhepunkten und Spannung kaum zu überbieten war. Zum Einstieg ritt Dschungelcamp-Moderatorin Sonja Zietlow die Pattern, während Joachim Bochmann so den Zuschauern die Reining-Elemente und deren Reihenfolge erklärte. Die leidenschaftliche Westernreiterin Sonja Zietlow machte dabei auf dem Pferd eine sehr gute Figur.

Ann Fonck holt sich die Bronze Trophy Open

Pech hatte NRHA Two Million Dollar Rider Bernard Fonck, der zu den absoluten Favoriten zählte: sein Wallach Missedouttinseltown hatte sich in der Nacht zuvor verletzt und konnte nicht antreten. Der Sieg blieb aber in der Familie. Denn nachdem der Belgier die Americana Bronze Trophy vor zwei Jahren bereits zum vierten Mal gewonnen hatte, trat nun seine Frau Ann in seine Fußstapfen.

Stute Gunners Specialolena das jüngste Pferd im Feld

Ann Fonck hatte sich sogar mit drei Pferden für das Finale qualifiziert. Den Sieg holte die NRHA Million Dollar Reiterin auf Gunners Specialolena (Gunners Special Nite aus der Dolly Jac Olena). Die 5-jährige Stute aus der Zucht von Luigi Parise war das jüngste Pferd des Feldes. Sie präsentierte sich frisch mit herausragenden Turns, feinster Speed Control und schließlich drei Mega Stops – das Urteil der Richter: 228!

„Diese Stute hat einen fantastischen Mind! Gunners Specialolena hat mir unglaublich gut zugehört, und ich bin überglücklich, wie alle drei Pferde gegangen sind“, strahlte Ann Fonck. „Alle drei Pferde waren großartig, aber Gunners Specialolena war mit ihren fünf Jahren das frischeste Pferd, während man den beiden anderen die lange Messe schon eher anmerkte.“

Grischa Ludwig: „Americana ist beste Reining-Show der Welt!“

Den von Ann Fonck gesetzten Highscore sollte auch Grischa Ludwig diesmal nicht übertreffen können. Mit seinem EM-Goldmedaillenpferd Coeurs Little Tyke (Coeur D Wright Stuff x Shine My Gun) im Besitz von Hans Georg Holzwarth ging der amtierende FEI Europameister auf volles Risiko und legte einen super Run hin. 225 war das Ergebnis, und das sollte Platz 2 bedeuten. Ludwig ritt zudem Nu Chexomatic für Jacpoint QH mit einer 224,5 auf Platz 3. Mit dem 12-jährigen Palominowallach von Nu Chex Tu Cash war er Zweiter in der Americana Bronze Trophy 2017 gewesen. „Ich bin total glücklich“, so Grischa Ludwig. „Beide Pferde

sind gut gelaufen, und ich bin zweimal im Geld. Das hier ist für mich die beste Reiningshow der Welt! 5.000 Menschen, ausverkauftes Haus und dann noch als Deutscher vom Heimpublikum angefeuert zu werden, das ist wie Rolling Stones. Da spielt der Platz schon fast keine Rolle mehr.“

Rudi Kronsteiner beißt sich mit gebrochenem Fuß durch

Auf Platz 4 folgte mit einer 223,5 erneut Ann Fonck mit ihrer 8-jährigen Stute Spook N Perla, mit der sie den Vorlauf gewonnen hatte. Fünfter wurde Markus Süchting mit Susanne Schönings Spotlight Charly (222,5). NRHA Million Dollar Rider Rudi Kronsteiner kam mit Jennifer Nixdorfs AB Peppy Diamond mit einer 222 auf Platz 6. Der Österreicher hatte sich vor der Americana den linken Fuß gebrochen und ließ sich den Start trotzdem nicht nehmen. „Ich bin seit 1988 bei der Americana dabei. Da konnte ich deshalb nicht auf einen Start verzichten“, biss er sich auf die Zähne. Dass er den linken Schenkel nicht so einsetzen konnte wie gewöhnlich, merkte man allerdings im Finale schon, insbesondere auf den rechten Zirkeln. Daher ist seine Leistung umso beachtlicher!

Ebenfalls auf Platz 6 kam wiederum Ann Fonck, diesmal auf Made In Walla für Besitzer Sabine Lisec und Chuck Klipfel, Achter wurde Klaus Lechner mit Cody Rooster Delmaso (221,5) vor Fabien Boiron auf Jac Whiz (219,5), Patrick Göschl auf AC Mark This Slide (217), Markus Morawitz auf Gunners Chic Magnet (215) und Nico Siguro auf Sugar Little Step (214,5) bzw. Iam Sailors Brother (210,5).

Joschka Werdermann wird European Champion Ranch Riding Open

Mit einem grandiosen Ritt, der ihm eine 232 bescherte, sicherte sich Joschka Werdermann auf dem 8-jährigen schwarzen Criollo-Hengst La Esperanza Santoro (Bes. Jürgen Meier) den European Championtitel in der Ranch Riding Open. Ein absolut souveräner Ritt mit feinen, präzise Übergängen und einem perfekten Durchreiten des Corrals mit den Rindern – das war Ranch Riding, wie es sein sollte! Werdermann hatte bereits mit seiner Stute Rock Me Graygun den Vorlauf angeführt und La Esperanza Santoro auf Platz 3 geritten. Seine graue Stute kam im Finale mit einer 224 auf Platz 5.

Reserve Champion wurde die Vorlaufszweite Evelyn Honegger aus der Schweiz mit ihrer 16-jährigen Stute Step N Whiz (Hes A Steppin Jac x Lots More Sugar). Die beide erzielten eine 226,5. Dritte wurde Sandra Stangel-Sapergia auf Fancys Lil Step mit einer 225.

Markus Schöpfer siegt in der „Top 5“ Cow Horse Bridle

Bei einer Extra-Einlage der Top 5 der Cow Horse Bridle siegte Markus Schöpfer auf Peptos Lil Bingo (149). Zweiter wurde Samuele Poli Barberis auf Highbrow Fletch vor Philipp Haug auf Snapper Lil Bingo, Joschka Werdermann auf Rock Me Graygun sowie Nadine Hartmann auf Okleos Holki Gold.

Spitzen-Cutting ohne Zaumzeug

Das was allerbeste Werbung für den Westernreitsport: Die Americana bot erstmals ein Cutting ohne Zaumzeug. Elf Reiter zeigten prima Sport bis hin zur Weltklasse, und das nur mit einem Halsring!

Gleich die erste Starterin legte mächtig vor: Die berühmte Sheri Mason, Amerikanerin und als Trainerin in Italien tätig, stellte den Paint-Hengst Smartys Lil Cowboy vor, arbeitete drei Rinder mit ihm und sammelte dabei Punkt für Punkt: am Ende hatte sie einen Score von 146, am Ende sollte das den vierten Rang bedeuten. Denis Pini hatte das Pech, das sein zweites Rind nicht so richtig mitmachen wollte und er in dieser Phase keine Pluspunkte sammeln konnte – mit 144 Punkten wurde er Fünfter.

Doppelsieg für Yvonne Heinzer und Martina Annovazzi

Yvonne Heinzer ließ es als dritte Starterin dann richtig krachen. Unterstützt von ihrer Trainerin Sheri Mason, die sich nach dem Ritt ohne Ende freute, legte die Schweizerin ab der ersten Sekunde los. Yvonne Heinzer und Snappy Hunter hypnotisierten das erste Rind in der Mitte und konnten es zudem sehr lange arbeiten. Das waren sehr viele Pluspunkte und am Ende 149. Das war der Sieg. Den holte sich aber Yvonne Heinzer nicht alleine, Denn es sollte mit Martina Annovazzi noch einen Co-Champion geben. Martina Annovazzi ist vielen Americana-Besuchern gut bekannt, ohne das sie es vielleicht wissen. Denn die Italienerin ist das Americana-Plakatmotiv dieses Jahres. Mit Iminent Cat zeigte auch sie speziell bei der Arbeit mit dem ersten Rind Cutting im Weltklasse-Format! Und das waren eben am Ende auch 149 Punkte, das Preisgeld wurde entsprechend schwesterlich aufgeteilt. Den dritten Rang sicherte sich Ute Holm auf Cat Garrett mit 147,5 Punkten – und war darauf zurecht nach drei knapp verpassten Americana-Finals sehr stolz.

Federico Fanti wird NCHA European Champion Open

Das Finale in der mit 12.000 Euro added dotierten European Championship Cutting Open – diese Show war erstmals NCHA USA und NCHA of Europe approved –entschied Federico Fanti mit der 8-jährigen Stute Highbrowcd Is Playin für sich. Als zweiter Starter des 11-köpfigen Finalistenfeldes zeigte der 31-jährige Italiener mit der Highbrow CD-Tochter, die im Besitz von Hansruedi Baumann ist, Cutting vom feinsten und kam mit einer 150 aus der Arena. Fanti lag mit der Stute bereits vor der Americana auf Platz 2 im NCHA European Open Ranking. Hier in Augsburg war er mit ihr Dritter im Masters Cutting Open und lag auch schon im Go round auf Platz 3.

„Es ist unglaublich, wie das abgegangen ist“, freute sich Fanti, für den dies die zweite Americana war. „Ich hatte zwei gute Runs, und es hat einfach alles geklappt. Ich habe aber auch Glück gehabt, denn die Rinder waren alles andere als einfach.“ Fanti hatte zwei Pferde im Finale und ritt sein zweites Pferd Metallic D Nero mit einer 143,5 auf Platz 5.

Reserve European Champion wurde mit einer 147 Gildo Minichiello auf der 5-jährigen Stute Zen And Tonic (Highbrow CD x Dual Citizen) im Besitz von Imre Katona. Die Stute aus der Zucht von Greg Coalson war 2017 NCHA Futurity Co-Champion Limited Non Pro und 2018 unter anderem Derby Non Pro Champion beim Abilene Spectacular. Laut EquiStat hat sie bereits über $95.000 gewonnen.

Auf Platz 3 folgte mit einer 145 der Niederländer Santino Hagenbeck auf Lea Hirschauers 13-jähriger Stute Freckled Lil Indian. Hagenbeck ritt zudem Whats Up Doc Boon auf Platz 8 des Finales (139).

Vierter wurde mit einer 144 Tim van Ewijk auf Love A Cat Fight (144). Der sechste Platz ging an Denis Pini auf Stop Ur Hot (143), gefolgt von Pietro Valeri auf Cat Rey Lou (142). Die großen Pechvögel dieses Finales waren Ute Holm mit One Smooth Time, Karel Spacil mit Rumer Haz It und Titelverteidigerin Martina Annovazzi auf Highbrow Time. Ute Holm hatte mit ihrem Hengst zunächst einen richtig guten Start, dann aber kurz vor Schluss ein Missverständnis mit ihrem Pferd, so dass sie mit einer 131 nur Neunte wurde. Der Tscheche Karel Spacil verschätzte sich bei der Auswahl seiner Rinder und verlor das letzte, so dass es nur bei 122 blieb. Und Martina Annovazzi, die den Go round angeführt hatte, hatte gleich beim Start ein völliges Missverständnis zwischen sich und ihrem Pferd, was 0 Score bedeutete.

Nations-Cup: Deutschland im Schlussspurt noch auf das Podest – Italien bleibt Seriensieger

Italien bleibt der Seriensieger im Nations-Cup. Es war bei der fünften Auflage der fünfte Sieg! In der abschließenden Cow Work baute Italien den ohnehin großen Vorsprung sogar noch mal aus. Das Team sammelte 655 Punkte in der Cow Work und kam so gesamt auf 1971 Punkte. Über den Sieg freuten sich Alessandro Coppari, Ricky Bordignon, Samuele Poli Barberis und Markus Schöpfer.

Wie im Vorjahr war auch das Ergebnis dahinter. Die Schweiz verteidigte den zweiten Rang und Deutschland konnte doch noch unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer den dritten Platz einnehmen. Die Schweiz kam in der Cow Work auf 640,5 Punkte. Für die Silbermedaille mit gesamt 1924,5 Punkten sorgten Christoph Seiler, Shirley Schalcher, Eliane Gfeller und Antoine Cloux.

Joschka Werdermann zeigt den High-Score in der Fence Work

Deutschland konnte noch die Tschechen vom dritten Platz verdrängen. Dafür sorgten Joschka Werdermann, Martin Schemuth, Patrick Sattler und Philipp Haug. Joschka Werdermann gelang auf Rock Me Graygun mit einer 223 sogar der High-Score in der Fence Work. Insgesamt kam Deutschland auf 1899,5 Punkte.

Markus Schöpfer springt noch auf das höchste Treppchen

Bei den beiden letzten Startern ging es bei der ERCHA Cow Horse Futurity um alles. Nach den drei Vorläufen lagen Markus Schöpfer und Giovanni Campanaro nur einen Punkt auseinander. Die Spannung war auf dem Siedepunkt, als sie als die beiden letzten Starter in der finalen Fence Work antraten. Markus Schöpfer ging als Verfolger ins Rennen. Hopp oder Top ging er die Sache an. Und ließ auf Oh Cay MC mit 219 Punkten den Highscore folgen. Was für Nerven. Genau die hatte Giovanni Campanaro als letzter Starter auf VQH Smart Sara jetzt nicht mehr. So musste er sich in dem italienischen Duell mit einer 196 zufrieden geben. Markus Schöpfer gewann mit gesamt 874,5 Punkten – Giovanni Campanaro fiel mit VQH Smart Sara mit 852,5 Punkten auf den fünften Rang zurück.

Trotzdem wurde Giovanni Campanaro Zweiter der Futurity. Denn mit Cute Little Tassa holte er in der abschließenden Fence Work 218,5 Punkte und so gesamt 869,5 Punkte. Über den dritten Rang freute sich Davide Di Giacinto auf Two Timing Cat. Er kam auf 216 Punkte und so gesamt auf 858,5 Punkte. Vierter wurde Alessandro Coppari auf Bar Baby Stylish (216 / 854,5) vor Giovannni Campanaro auf VQH Smart Sara (196 / 852,5), Pietro Tuberga auf MR Cody O Lena (204,5 / 846), Davide Di Giacinto auf Dual Ogrady (212 / 837,5), Christoph Seiler auf Chex Lectric Guns (210 / 836,5), Sven Oser auf Candy Frezz Good sowie Samuele Poli Barbersis auf Millenium Boompepp.

Claudia Huber nach 11 Jahren wieder Trail-Champion

Lucky Luke ist langjährigen Americana-Besuchern sicher noch ein Begriff. Der Tinker gewann 2008 unter Claudia Huber den Americana-Trail. Jetzt ging für Claudia Huber der Traum ein zweites Mal in Erfüllung: Sie gewann den schweren Trail und freute sich riesig. Jetzt mit dem Paint-Wallach Hesa Indian Cat. Die beiden steuerten nahezu fehlerfrei durch den Parcours und konnten mit toller Manier einige Pluspunkte einsammeln. So kam Claudia Huber auf 145 Punkte.

Eine andere Teilnehmerin hätte sie beinahe noch geschlagen. Doch Tereza Ranna hatte riesiges Pech, als ihr Pferd Rin an der allerletzten Stange angaloppierte und dafür gesamt sechs Strafpunkte einstecken musste. Trotzdem kam die Tschechin noch auf 144,5 Punkte, das war der zweite Platz. Dritte wurden Ewa Marciniak auf Bohun sowie Leonie Christiansen-Ahandagbe punktgleich mit Score 142,5.

Thomas Guenther bareback zum Sieg in der Freestyle Reining Open

Thomas Guenther zeigte in der Freestyle Reining Open bisher nicht Gesehenes: Er stand in der Bahnmitte und rief sein Pferd Super Silbver Haze zu sich, das dann im Sliding Stop genau vor ihm stehen blieb. So konnte der als Teufel verkleidete Thomas Guenther dann bequem aufsteigen und nur mit Hilfe seines Teufels-Dreizacks die restliche Pattern zu Ende bringen. Auch Pirouetten und Piaffen waren dabei, am Ende legte sich dann Super Silbver Haze auf den Boden. Eine klasse Vorstellung, die mit 221,5 Punkten belohnt wurde.

Ernst-Peter Frey mit toller Choreographie zu Michael Jacksons „Earthsong“

Der Zweite dieser Prüfung wusste vor allem auch mit seiner auf Michael Jacksons „Earth Song“ abgestimmten Choreographie zu überzeugen. Mit Gasmaske und abgestorbenem Baum in der Hand ritt Ernst-Peter Frey auf Sugars Olena Ice Man in die Arena, zeigte dann feine reiterliche Leistungen und auch Zweierwechsel, um dann aber abschließend Umweltzerstörung und Krieg zu erliegen. 219,5 Punkte waren der verdiente Lohn.

Sensationelle 224,5 Punkte für Lina Winter in der Freestyle Non-Pro

Das war einfach sensationell. Und zwar sowohl die Leistung als auch der Score. Lina Winter bekam für ihre Vorstellung auf Senoras Greatest Kid in der Freestyle Non-Pro 224,5 Punkte! Die Leistung war Freestyle Reining in Perfektion.

Dabei wurde sie von vier Reitern unterstützt, darunter auch Diana Royer mit ihrem Muli Cosima. Zusammen ritten sie eine Western-Quadrille vom Feinsten. Immer wieder bildeten die vier Reiter für Lina Winter ein Spalier, durch das sie dann beispielsweise bei der Zirkelarbeit im höchsten Tempo im Gegenverkehr durchstocherte. Zur Krönung gab es dann noch tolle Spins ohne Kopfstück, ehe sich Pferd und Reiter „müde“ gemeinsam auf den Boden legt. Absolute Sahne, da auch reiterlich sehr gut und in der Choreographie bis ins Detail stimmend. Das verrückte an der Geschichte: es war Lina Winters erste Reining überhaupt auf einem Turnier. Was für ein Einstieg in diese Disziplin.

Wie es weitergeht mit Lina Winter und all den anderen Stars? Wir werden es sehen. Denn schon jetzt freuen wir uns auf die nächste Americana am 8.-12. September 2021!

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